Handskizze eines Grand Tableau Legesystems mit allen Kartenpositionen

Große Kartenbilder haben mich schon immer fasziniert. Sie eröffnen einen Raum, in dem Zusammenhänge sichtbar werden, die in kleineren Legungen oft verborgen bleiben. Wenn Zeit und Ruhe vorhanden sind, arbeite ich besonders gern mit einem Spread, das ich bei Benebel Wen kennengelernt habe (Buch: Holistic Tarot). Es umfasst 36 Karten inklusive einer Signifikatorkarte und erlaubt sehr tiefe, vielschichtige Deutungen. Wer bereits mit Lenormandkarten gearbeitet hat, kennt das Gefühl, wenn sich ein ganzes Thema über das Kartenbild entfaltet und nicht nur einzelne Aspekte sichtbar werden. Das Grand Tableau ist ein typisches Kartenbild beim Legen von Lenormandkarten, und es ist auch beim Tarot möglich.


Vorbereitung und Ablauf der Legung

(Wenn Du mit dem Tarotkartenlegen erst beginnst, empfehle ich Dir zum Einstieg die Drei-Karten-Legung.)

Zu Beginn wird eine passende Signifikatorkarte gewählt (Zum Thema Signifikator wird es noch einen eigenen Beitrag geben, den ich dann hier verlinken werde).

  • Der Signifikator wird beiseitegelegt. Der restliche Kartenstapel wird gründlich gemischt, anschließend werden 35 Karten abgezählt und verdeckt herausgelegt. Während des Mischens und Abzählens an die Fragestellung denken!
  • Danach wird der Signifikator zu diesen 35 Karten hinzugefügt und der gesamte Stapel nochmals gemischt.
  • Die Karten werden dann in einem 9×4-Schema auf einem großen Tisch ausgelegt. Die Auslage besteht aus vier Reihen mit jeweils neun Karten.


Orientierung im Kartenbild

Für die Interpretation wird der Signifikator gesucht. Von dort aus kann man zwei zentrale Intrerpretationslinien ziehen, eine horizontale und eine vertikale.
Die horizontale Linie bildet die Zeitebene ab. Der Signifikator steht für die Gegenwart. Die Karten links davon zeigen vergangene Ereignisse oder prägende Erfahrungen. Die Karten rechts davon zeigen mögliche zukünftige Entwicklungen, Einflüsse oder Ereignisse.

Bewusste und unbewusste Einflüsse

Die vertikale Linie beschreibt eine weitere Dimension der Deutung. Die obere Reihe steht für bewusste Aspekte. Dazu gehören Inhalte, die bekannt sind, klar wahrgenommen werden und offensichtlich zur Fragestellung beitragen.
Unterhalb des Signifikators liegen die unbewussten Einflüsse. Hier zeigt sich, was im Hintergrund und Unterbewusstsein wirkt. In diesen Karten findet man oft überraschende Einsichten!

Die Springerkarten

Eine weitere Interpretationsmöglichkeit sind die sogenannten Springerkarten. Startpunkt ist wieder der Signifikator.
Wer Schach spielt weiß: Ein Springer bewegt sich immer zwei Felder vorwärts und eines zur Seite (links oder rechts). So kann man es beim Tarot nutzen:

Vom Signifikator aus zwei Karten in eine Richtung springen und anschließend eine Karte nach links oder rechts. So findet man die sogenanngten „Springerkarten“.
Springerkarten links vom Signifikator: Hindernisse.
Springerkarten rechts vom Signifikator: Unterstützende Kräfte.

Gerade weil diese Karten nicht sofort ins Auge fallen, bringen sie oft zusätzliche Tiefe in die Deutung und eröffnen neue Perspektiven auf die Fragestellung.


Und wie geht´s weiter?

Das hier sind nur einige Möglichkeiten, mit dem Grand Tableau zu arbeiten. Diese Legung bietet noch viele weitere spannende Zugänge und Deutungsebenen. Weitere Ideen und Varianten werde ich in zukünftigen Beiträgen nach und nach vorstellen.

Habt ihr bereits ein Grand Tableau mit Tarotkarten gelegt? Wie interpretiert ihr die Karten?

Interessiert Dich die Heldenreise im Tarot? Dann schau mal hier vorbei: Die Heldenreise im Tarot

Ein Gedanke zu „Das Grand Tableau“

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