7 der Schwerter im Tarot: Wo belüge ich mich selbst?

Illustration einer Frau, die Tarotkarten legt

7 der Schwerter im Tarot: Die Kunst der leisen Selbsttäuschung

Wenn ich an die 7 DER SCHWERTER im Tarot denke, sehe ich als erstes die klassische Szene: Eine Figur schleicht sich davon, fünf Schwerter unter dem Arm, zwei lässt sie liegen. Ertappt – oder doch nicht ganz? Was mich an dieser Karte fesselt, ist nicht die offensichtliche Täuschung, sondern das, was sie über uns selbst erzählt. Über die kleinen Geschichten, die wir uns zuflüstern, damit der Tag sich leichter anfühlt.

Was steckt hinter der 7 der Schwerter?

Im klassischen Tarot steht die 7 der Schwerter oft für List, Betrug, oder kluge Flucht. Die Figur auf der Karte schaut sich noch einmal um. Weiß sie, was sie tut? Vermutlich schon. Tut sie es trotzdem? Ja.

Genau das ist der Punkt, der mich nicht loslässt: Diese Karte zeigt eine Art… clevere Anpassung. Wir lassen zwei Schwerter liegen, weil wir mit fünf ohnehin schon genug zu tragen haben. Wir erzählen uns, dass es schon in Ordnung ist. Dass wir keine andere Wahl haben. Dass jetzt gerade nicht der richtige Moment ist.

Selbsttäuschung klingt harmlos – und ist es oft nicht

Sätze, die wir uns selbst erzählen, haben manchmal eine seltsame Schutzfunktion. Sie halten uns stabil, wenn das Leben wackelt. Und trotzdem – manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Erkennst du dich in einem dieser Sätze?

  • „Ich brauch halt Druck, sonst funktioniert’s nicht.“
  • „Ich würde ja – aber gerade ist nicht der richtige Moment.“
  • „Ich mach das ja nur, weil es von mir erwartet wird.“
  • „Ich hab keine andere Wahl.“

Solche Sätze sind selten gelogen. Meistens glauben wir sie sogar. Und genau deshalb verdienen sie einen ehrlichen zweiten Blick.

Die 7 der Schwerter im Tarot lädt nicht zur Selbstgeißelung ein. Sie fragt: Weißt du, was du dir gerade erzählst – und warum? Das ist ein Unterschied.

Übung: Mit der 7 der Schwerter ehrlicher hinschauen

Leg die Karte vor dich. Schau sie dir eine Weile an – ohne sofort zu interpretieren. Was fällt dir als erstes auf? Die Heimlichkeit? Die Erschöpfung? Die Entschlossenheit?

Dann stell dir diese Frage:
In welchem Bereich täusche ich mich gerade selbst – ganz ohne böse Absicht?

Lass die Karte antworten. Du musst nicht sofort wissen, was stimmt. Manchmal reicht es, zu spüren, wo es ein bisschen drückt.

Vertiefende Reflexionsfragen

Wenn du magst, nimm dir danach ein Notizbuch und schreib zu einer oder mehreren dieser Fragen:

  • Welchen Satz erzähle ich mir gerade oft – und was steckt dahinter?
  • Was würde sich ändern, wenn ich diesen Glaubenssatz ehrlich hinterfrage?
  • Welche Freiheit könnte entstehen, wenn ich mir nichts mehr vormache?
  • Wen schütze ich mit meiner Halbwahrheit – mich oder jemand anderen?

Was bleibt

Die 7 der Schwerter Tarot-Karte hat einen etwas zweifelhaften Ruf – aber ich finde sie im Grunde sehr menschlich. Wir alle schleichen manchmal aus Situationen heraus, tragen zu viele Schwerter und lassen uns von unseren eigenen Überzeugungen lenken, ohne sie zu hinterfragen.

Das ist keine Schwäche. Das ist schlicht menschlich. Die Karte erinnert uns nur: Ehrlichkeit dir selbst gegenüber ist kein Angriff – sie ist eine Einladung.

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